Deutsche Europameister beim Brotverzehr
Jede 2. Scheibe stammt aus den Großbäckereien

Hamburg, 03.02.1997. Mit einem Anteil von rund 61 Prozent des insgesamt auf 26 Milliarden Mark geschätzten Brot- und Backwarenumsatzes haben sich die Großbäckereien zur dominierenden Betriebsform im deutschen Markt entwickelt. Die große Sortimentsvielfalt, die Zunahme an gebackenen "Convenience-Produkten", die anhaltend große Zahl an Kleinhaushalten und das Preis- und Qualitätsbewußtsein der Verbraucher sind nach Ansicht des Verbandes Deutscher Großbäckereien Gründe dafür, daß der Stellenwert von "Brot im Handel" meßbar zunimmt. Nach wie vor sind die Deutschen mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 82,7 Kilo "Europameister im Brotverzehr". Dabei geht ein Großteil dieses positiven Brot-Images auf das Konto der deutschen Großbäckereien: Produktionsumfang, Qualitätssicherung und Sortimentsvariation werden kontinuierlich auf die Handels- und Verbraucherbedürfnisse eingestellt und weiterentwickelt. So kann der Verbraucher in einem durchschnittlichen Supermarkt mittlerweile zwischen 50 Brot- und Kleingebäcksorten auswählen.

Wer und was sind die Großbäckereien?
Ertragslage unbefriedigend
Sortimentsvielfalt im Handel nimmt zu
Neue Angebotsformen im Handel
   

Wer und was sind die Großbäckereien?

Das gesamte deutsche Backgewerbe - auch im Bereich der Großbäckereien - ist regional und mittelständisch geprägt, wobei der Typus des Familienunternehmens vorherrscht. Die älteste Großbäckerei im Verband kann ihre betrieblichen Wurzeln bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Die im Verband zusammengeschlossenen 125 führenden Unternehmen der Branche beliefern traditionellerweise die Brotregale im Lebensmitteleinzelhandel. Zu den Großbäckereien zählen auch große Filialisten, die unter einheitlichem Firmenlogo bei zentraler Produktion den Vertrieb der Backwaren über eigene Filialen oder über Backshops im Vorkassenbereich der Supermärkte betreiben. Ihr Marktanteil liegt heute bei 26 Prozent. Der Gesamtumsatz der Großbäckereien beläuft sich auf 8,4 Milliarden Mark zu Endverbraucherpreisen (davon 7,3 Milliarden Mark im Lebensmitteleinzelhandel, ohne Backshops). Der Gesamtumsatz der deutschen Großbäckereien liegt laut Erkenntnis des Verbandes bei über 12 Milliarden Mark.

In Deutschland gibt es zur Zeit etwa 23.000 selbständige Einzelbäckereien, die auf einen Marktanteil von 39 Prozent kommen. Während ihre Zahl - meist wegen ungelöster Nachfolgeprobleme - kontinuierlich abschmilzt (jährlich drei bis vier Prozent), konnten die zu den Großbäckereien zählenden Bäckerei-Filialketten ihren Marktanteil um den gleichen Prozentsatz steigern.

Ertragslage unbefriedigend

Trotz der wachsenden Marktakzeptanz von Brot und Backwaren im Handel ist die Ertragslage vieler Großbäckereien unbefriedigend. So ließen sich betriebswirtschaftlich notwendige Preiserhöhungen auch im vergangenen Jahr nicht durchsetzen. Solche Preiserhöhungen wären allerdings erforderlich, um auch weiterhin ein vielfältiges Brot- und Backwarenangebot im Handel garantieren zu können. Abgesehen davon bleibt Brot im Handel ein preiswertes Grundnahrungsmittel in Deutschland. Dies gilt, obwohl die Weizenpreise im Frühjahr letzten Jahres dramatisch angestiegen sind.

Sortimentsvielfalt im Handel nimmt zu

Das Angebot der Großbäckereien mit seinen über 300 Brotsorten und mehr als 1.000 Kleingebäcksorten im deutschen Lebensmittelhandel ist einzigartig auf der Welt. Es reicht von den Klassikern wie Vollkorn-, Roggen- und Weizenbroten über Mischbrote bis hin zu einem umfangreichen Angebot an Spezialitäten wie Pumpernickel, Toast- und Knäckebroten. Fast alle Brote gibt es in unterschiedlichen Gewichtsgrößen zu kaufen, so daß jeder Verbraucher bequem die von ihm gewünschte Packungsgröße findet. Erst durch die Auswahl an Kleinpackungen wird es überhaupt möglich, täglich im Haushalt einen reichhaltigen Brotkorb mit verschiedenen Brotsorten anzubieten.

Neue Angebotsformen im Handel

Neue Handels- und Verbraucherwünsche werden sehr schnell und direkt in Sortimentserweiterung und Produktneuheiten umgesetzt. So testen zum Beispiel nahezu alle Großbäckereien seit Anfang 1994 neue Angebotsformen mit unverpackten Broten und Brötchen für die Selbstbedienung. Als Ergänzung zum verpackten Brot im Regal ist dieses neue Angebot auf große Verbraucherakzeptanz gestoßen und wird nun bundesweit etabliert.

Auch teilgebackene Erzeugnisse zum Fertigbacken im Haus (Brötchen, Baguette-Brötchen, Croissants) finden immer mehr Käufer, obwohl ihre Marktbedeutung in absoluten Zahlen noch relativ gering ist (Schätzwert: drei Prozent des Gesamtmarktes).

Deutschland bleibt weiterhin das klassische Land der dunklen Brotsorten. Gleichwohl ist seit einigen Jahren ein Trendwandel zu verzeichnen. Während Vollkorn- und Roggenbrote auf hohem Niveau mehr oder weniger stagnieren, legt das "romanische Sortiment" zu. Darunter werden helle Brotsorten wie Baguettes, Ciabatta-Brote und ähnliche Erzeugnisse verstanden. Auch Toastbrote und amerikanische Sandwiches liegen gut im Rennen.

 

 


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