Seit wann gibt es eigentlich Bäcker ?
Die ersten Bäcker": Frauen und Sklaven
Die Herstellung von Backwaren war insbesondere in der vorchristlichen Zeit Frauen und Sklaven übertragen. Um dies zu belegen, schauen wir in das Alte Testament. Dort heißt es: Und die Frauen kneten den Teig, daß sie der Himmelskönigin Kuchen backen." Weiter lesen wir: "Zehn Frauen sollen euer Brot in einem Ofen backen, und euer Brot soll man euch nach dem Gewicht zuteilen."
Während bei den Juden zumeist die Frauen das Backen übernahmen, mußten im Alten Rom" die Sklaven in zuchthausähnlichen Gebäuden diese Arbeit verrichten.
Zum ersten Mal als eigenständiger Erwerbszweig genannt wurden die Bäcker zwischen den Jahren 98-117 n. Chr. Die Bäcker wurden damals einem Magistratsbeamten unterstellt, der dafür zu sorgen hatte, daß genug Getreide zur Verfügung stand. Dieser legte auch den Preis fest, die einzelnen Gewichte und überwachte aufs Strengste die Qualität. Wir wissen aber auch, daß die Ägypter zwischen 3000-2000 vor Chr. eine hochentwickelte Backtechnik nutzten. An den Höfen der Pharaonen machten sich schon damals Berufsbäcker um das leibliche Wohl ihrer Herren verdient. Später als in Ägypten, jedoch früher als in Rom müssen die Griechen den Bäckerberuf gekannt haben, denn der griechische Schriftsteller Athenäus (ca. 200 v. Chr.) schwärmt von trefflichen Bäckern und deren Produkten in Kapadozien.
Die ersten Bäcker in Deutschland
Rückschlüsse auf die Mehlverarbeitung und das Backen in Deutschland kann man aus einigen wenigen Quellen ziehen, denn bis zum Jahr 1000 fließen die Quellen äußerst spärlich. Die früheste uns bekannte Nachricht darüber, daß es hauptberufliche Bäcker gegeben haben muß, entnehmen wir dem lex Almanorum" (Alemannenrecht), einem ca. 613-628 kodifiziertem Recht. Dort heißt es: Wenn ein Koch , der einen Jungen oder Gehilfen hat, oder ein Bäcker getötet wird, so büßt der Täter den selben mit 40 Sol. (=Schilling)."
Dieser Preis war für diese Zeit, da ein Mord noch durch Geld zu sühnen war, eine ungeheuer hohe Summe.
Wie wichtig die Bäcker damals schon waren, wird dadurch deutlich, daß auch derjenige 40 Sol. entrichten mußte, der einen Marschall mit 12 Pferden oder Reitern, einen Schäfer mit 80 Schafen oder einen Schmied getötet hatte.
Da zur damaligen Zeit das Brot noch Hauptnahrungsmittel war, nimmt es nicht wunder, daß sich der Bäckerberuf als eigenständiges Handwerk etablierte. Um 1300 begann eine zunehmende Spezialisierung, die durch den wachsenden Bedarf an Backwaren unumgänglich geworden war. Arbeitsteilung und ökonomischere Arbeitsweisen waren zu beobachten. Es gab Grob-, Kuchen- und Feinbäcker.
Heute unterscheiden wir die Berufe des Bäckers und des Konditors. Das germanische backjan" (=erwärmen, erhitzen) ist Ursprung des heutigen Bäckerbegriffs, während die Bezeichnung Konditor" aus dem lateinischen condiri" (=würzen) stammt.