Getreide war früher ein sehr wertvolles Nahrungsmittel. So wertvoll, dass es bis ins 15. Jahrhundert sogar als Zahlungsmittel verwendet wurde. Der Begriff "Karat", der heute als Gewichtseinheit für Diamanten verwendet wird, stammt aus dieser Zeit, als Normgewichte durch Getreide festgelegt wurden. "Ein Karat entsprach damals drei Gersten- oder vier Weizenkörnern", ist so auf den Webseiten der "Mühle Kianek" nachzulesen.
Das mit dem wertvollen Gut nicht verschwenderisch oder gar betrügerisch umgegangen werden sollte versteht sich von selbst. Dies brachte es mit sich, dass Bäckern die ihr Mehl streckten oder deren Brote nicht das vorgeschriebene Gewicht hatte, im Mittelalter sehr hart bestraft wurden. Die Methoden reichten von Tauchen in Eisenkörben bis hin zum Erhängen.
Im laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Hungersnöten, während derer besonders der Mangel an Brot das Leben bestimmte. In diesen Zeiten wurde zum Teil verzweifelt nach Ersatzstoffen gesucht. So wurden Rübenschnitzel, Baumrinde und Stroh verwendet. Ein Zustand, den man sich heute, da man auch am Sonntag an fast jeder Tankstelle frische Brötchen bekommt, kaum noch vorstellen kann.