Brötchen im Test
Brötchen gibt es
in allen Variationen. Das macht die Auswahl schwierig. Frisch und
knusprig sollen sie sein, groß genug und preiswert. Auffallend
aber: Sie unterscheiden sich enorm in Größe, Form und Preis.
| Indizien für leckere Brötchen | |
| Frisches Backwerk erkennen | |
| Haltbarkeit des Brotes | |
| Selbstbacken leichtgemacht? | |
| Probieren und servieren |
Der Test
INFOMARKT wollte wissen, ob es
gesetzliche Normen zur Größe und zum Gewicht von Brötchen
gibt. Dazu wurden 50 Wecken von 16 verschiedenen Anbietern
gekauft, aus kleinen Backstube bis zu Großbäckereien.
Testkandidat: die klassische Semmel, auch Spitzweck oder
Kaiserbrötchen genannt.
Das überraschende Ergebnis: Was
wenig wiegt, kann durchaus teuer sein. Die leichteste Semmel wog
34 Gramm, kostete 45 Pfennig. Der Kilopreis: 13,24 DM
Das schwerste Brötchen im Test: 66 Gramm für 50 Pfennig.
Mit einem Kilopreis von 7,58 DM war es eines der preiswertesten.
Fazit:
Die Bäckerinnung gibt Auskunft
und sorgt für Klarheit. Jeder Bäcker kann seine Brötchen so
groß backen wie er will. Es gibt kein Gesetz, das ein
Mindestgewicht vorschreibt. Für Kleingebäck wie Semmeln, gibt
es nur eine Obergrenze - sie liegt bei 250 Gramm.
So steht es im Deutschen Lebensmittelrecht. Und dies wird sich
auch innerhalb der Europäischen Union nicht ändern. Außerdem
kann jeder Bäcker den Preis für seine Semmeln selbst bestimmen.
Aber - der gute Geschmack eines Brötchens ist nicht von Preis, Gewicht oder gar vom Volumen abhängig, sondern davon, wie es gebacken ist.
Amtliche Brotprüfer erkennen eine gute Semmel an fünf Kriterien.
Wer sich bei seinen Frühstücksbrötchen lieber nicht auf die Laune des Bäckers verlassen will, der muß seine Semmeln eben selber backen - und ganz schön früh aufstehen.
(Sendedatum: 20. Oktober 1997)
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Expertengespräch im Studio
Gast bei INFOMARKT war Johann
Lafer, Koch des Jahres 1997
Zwar kann man beim Bäcker nicht
das Brötchen durchschneiden, um zu testen, wie frisch es ist,
aber man kann sich am Aussehen der Brötchen orientieren.
Kriterien dabei sind beispielsweise die glänzende Kruste und das
frische Aussehen der Brötchen.
Ansonsten bleibt nur zum Bäcker oder Verkäufer seines
Vertrauens zu gehen. Er kann beraten und man kann sich sicher
sein, daß man frische Brötchen bekommt.
Dunkles Brot, z.B. Mischbrot, hat
eine wesentlich höhere Haltbarkeit und es trocknet nicht so
schnell aus.
Pumpernickel hält sich besonders lang und ist auch besonders
fest.
Weißbrot ist dagegen sehr leicht, sehr luftig und trocknet
dementsprechend auch sehr schnell aus.
Ansonsten muß jeder selbst feststellen, wie lange sich sein Brot
hält.
Hat man zuviel gekauft, sollte man es besser einfrieren und bei
Bedarf wieder aufbacken. Einfrieren ist die beste Möglichkeit,
gerade Weißbrot zu lagern.
Tip des Experten:
Beim Aufbacken ein bißchen Wasser in den Backofen
hineinträufeln oder ein Töpfchen mit Wasser mit hineinstellen,
damit ein wenig Feuchtigkeit am Anfang entsteht und die Kruste
oben wieder richtig schön kross wird.
Es gibt Brot mit Natursauerteig
und Brot mit normaler Hefe. Generell ist Selbstbacken sicherlich
nicht ganz einfach, wenn man ein aufwendiges Brot backen möchte.
Am besten ist, mit einem süßen, weißen Hefebrot, in Frankreich
nennt man es Brioche, anzufangen, das mit sehr viel Hefe und viel
Butter in einer Kastenform zubereitet wird. Das ist relativ
einfach.
Wer ein gemischtes Brot backen will, beispielsweise ein Nußbrot
mit einem Mehlgemisch aus Roggen und Weizen mit normaler Hefe und
vielen Nüssen, gefüllt in eine ganz normale Kastenform, sollte
darauf achten, daß die Hefe, die man dabei verwendet, anfangs
nicht zu heiß gemacht wird. Dann muß der Teig mehrmals richtig
aufgehen, damit er innen locker wird.
Dabei sollte man sehr viel Geduld haben.
Zu welchem Zeitpunkt man am besten
ein Backwerk aus dem Ofen holt, ist Erfahrungssache. Neben dem
Aussehen von außen hilft beispielsweise beim Kuchen eine Nadel
zu nehmen und hinein zu stechen. Wenn an der Nadel kein Teig mehr
haftet, ist dies ein Zeichen, daß der Teig fertig ist.
Gerade beim Backen sollte man immer die genauen Anweisungen aus
einem Rezeptbuch befolgen, denn aus freier Hand etwas zu backen,
ist sehr schwierig. Wichtig ist, daß der Backofen vorgeheizt und
die Backdauer eingehalten wird. Man darf das Brot nicht in einen
kalten Backofen schieben. Dann dürfte nichts schiefgehen, so der
Experte.