- Die
Rheinländer kennen sie, die Puffbohne oder Pferdebohne,
die zwischen Köln und Xanten angebaut wird.
Hauptanbaugebiete sind jedoch die Mittelmeerländer
Italien, Spanien und Frankreich. Dort hat sie noch bis
ins späte Mittelalter hinein einen wichtigen Beitrag zur
Eiweißversorgung der ärmeren Bevölkerung geleistet.
Heute dient die Puffbohne als Rohstoff, aus dem
Bohnenmehl gewonnen wird. Dazu wird die Bohne geschält,
vom Keimling befreit und anschließend wie Getreide auch
zu feinem Mehl vermahlen. Damit wir uns nicht falsch
verstehen: Mit Bohnenmehl wird nicht
"gepanscht"; damit will der Bäcker nicht das
gute Weizenmehl strecken (auch wenn das früher mal so
war). Aber inzwischen hat man herausgefunden, daß schon
sehr geringe Mengen dieses Bohnenmehls (unter 1 %) den
Teig stabilisieren. Diese Wirkung beruht übrigens auf
folgenden Fähigkeiten der Puffbohne und damit ihres
Mehls. Es ist in der Lage, Sauerstoff aus der Luft zu
speichern und über ein Enzymsystem (Enzyme sind für den
Stoffwechsel aller Organismen unentbehrliche
Eiweißkörper) auf die Mehlinhaltsstoffe zu übertragen.
Dort löst dann der Sauerstoff eine erwünschte Reaktion
aus. Der Teig wird stabilisiert. Noch ein Wort zu den
Enzymen: Sie sind durch ihre Eiweißstruktur dazu
befähigt, den Stoff, dessen Reaktion sie steuern sollen,
zu erkennen. Damit sind die Enzyme
"intelligent". Ermöglichen sie doch im
menschlichen Körper die Vielfalt gleichzeitiger
Stoffwechselvorgänge